Die Erde ist eine Scheibe – eine Rückmeldung / Homosexualität in Russland

Hallo,

Eine Freundin von mir unter mehrsonne.com empört sich darüber, dass in Russland die Homosexualität totgeschwiegen werden soll.

In Russland existiert seit Kurzem ein Gesetz, der die „Homosexuelle Propaganda“, so die offizielle deutsche Übersetzung, unter Strafe stellt. Es geht nicht um Homosexualität als solches, sondern die Thematisierung dieser, sagen wir mal wenn jemand darüber mit Minderjährigen spricht, darüber bloggt usw.

Ich persönlich kann darüber nicht gut schreiben, bin ja hetero, daher einbisschen schwierig. Trotzdem versuche ich die Fragen meiner Freundin zu beantworten, und vor allem warum ich das Gesetz nicht schlimm oder gar schlecht finde.

Russland ist ein weites Land, die Fläche erstreckt sich auf mehr als 17.098.240 Kilometer. Sehr viele verschiedene Ethnien leben in Russland auf dieser großen Fläche. Diese Menschen reisen oft aus anderen Staaten an, etwa aus der Ukraine, Kasachstan, Uzbekistan, Weißrussland etc.

In der russischen Kultur hat die Kirche einen sehr hohen Stellenwert. Ich habe darüber schonmal gebloggt, siehe mein Beitrag zu Pussy Riot. Man sollte also bedenken, dass religiöse Werte in Russland deutlich mehr bedeuten, als einmal pro Woche in die Kirche pflichtgemäß zu gehen.

Zusätzlich sollte man wissen, dass Russland den Fall der Sowjetunion erlebt hat. Was hat Sowjetunion denn mit Homosexualität zu tun, so mal die Frage? Also in der Sowjetunion war die Sexualität an sich eine der vielen Tabuthemen über die man nicht sprach. Das hat sich erst später nach dem Fall der Sowjetunion und der Entstehung Russlands verbessert, da sprach man auf einmal darüber, doch gut 91 Jahre war das anders. Sowas prägt die Kultur für immer.

Man sollte daher alle diese Faktoren bedenken, bevor man über diese Thematik spricht. In der russischen Kultur ist Homosexualität an sich ein neuartiges (fremdes auch sozusagen) Phänomen. Das ist für russische Kultur untypisch, was die Akzeptanz dieser Sache in allen Bevölkerungsschichten und unter Ethnien unmöglich macht.

Man sollte ausserdem zusätzlich wissen, dass nicht nur die Kirche, sondern die Ehe bzw. die Familie (im traditionellem Sinne) in Russland einen nicht zu unterschätzenden Wert haben. Der Schutz der traditionellen Ehe, sowie der tratitionellen Familie hat Vorrang und ebenfalls einen demographischen Aspekt.

Ausserdem muss ich sagen, dass nicht alles was andere machen zwingend „nachgemacht“ werden muss. Homosexualität ist in Russland ja nicht verboten, es ist aber angemessen (im Lichte der bereits erwähnten geschichtlichen, demographischen und religiösen Faktoren) davor zu warnen Homosexualität als „normal“ zu bezeichnen. Niemand würde diese Lebensweise in Russland akzeptieren.

Eine kleine Notiz am Rande: der strafrechtlicher Faktor spielt eine große Rolle. In Russland häufen sich Fälle von Kindern aus den Kinderheimen, die von ausländischen homosexuellen Paaren adoptiert werden. Diese Kinder werden dann sexuell missbraucht, zwecks eigener sexuellen Befriedigung. Irgendwann kommt das dann zufällig raus, die Kinder haben aber kaputte Psyche für das ganze Leben. Als Konsequenz wurde ein Adoptionsverbot verhängt, der homosexuellen Paaren die Adoption nicht mehr ermöglicht.
Grundsätzlich spielt die Frage der sexuellen Orientierung bei der Adoption in Russland eine Rolle. Zusätzlich werden aber auch Hinweise auf Vorstrafen wie Drogen und Alkoholkonsum geprüft. Und bei den Ausländern schaut man gleich doppelt hin.

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