Meine Heimat Ukraine (2013/14) – Teil 2

Liebe Freunde,

Seit ich das letzte Mal schrieb ist einiges passiert. Ich bezweifle, dass meine Landsleute korrekt auf die Geschehnisse reagieren. Genauso bezweifle ich aber auch, dass der Westen sich da korrekt verhält. Offenbar wollen einige Politiker hierzulande und in USA es eben drauf ankommen lassen.

Ich möchte hier nur meine bescheidene Meinung äußern und etwas korrigieren, was in meinen Augen falsch ist und von der Presse verzerrt dargestellt wird.

Vielfach wird Russland für ihre geopolitische Absichten und die Nichteinhaltung des Völkerrechts kritisiert. Es mag richtig sein (oder auch nicht), doch ist so ein Vorgehen in extremen Fällen durchaus berechtigt.

Es ist mir rätselhaft warum die Weltgemeinschaft im 21. Jahrhundert immer noch die Meinung vertritt das Völkerrecht in mehreren Fällen zu missachten und dennoch diese verschieden zu bewerten.

Mehrfach wird das Referendum der Bevölkerung auf der Krim kritisiert, das gerade am 16. März stattgefunden hat. Bei allem Respekt für die Kanzlerin – es entsprach den demokratischen Standards. Alle Leute wurden gefragt, diejenigen die nicht kommen wollten – kamen nicht. Und sehr sehr viele haben teilgenommen. Die Tataren – von deutschen Medien vielfach als Bevölkerungsgruppe dargestellt, die Referendum ablehnt – kamen. Die ukrainische Minderheit kam, die deutsche Gemeinde kam, die russische Mehrheit kam selbstverständlich auch.

Vielfach wurde das Referendum als „illegal“ dargestellt. Warum die regelmäßigen Referendums in der Schweiz in Ordnung sind, in Kosovo das Referendum auch – hier aber nicht? Ich sage warum (laut offizieller Aussage). Weil es von „illegitimer Macht“ ausgesprochen wurde… Also die Faschisten in Kiew sind legitim – aber die (vom Volk gewählten) Leute auf der Krim nicht. Man lernt neues dazu. Was für eine Welt von doppelten Standards…

Man stellte 2 Fragen:
Möchte man zu Russland gehören?
Sollte die Verfassung von 1992 in Kraft treten (damit wäre die Krim ein Teil der Ukraine)?

Zum Ergebnis: Bei einer unglaublichen Wahlbeteiligung (immerhin geht es um die Zukunft) stimmten etwa. 96 Prozent für den Beitritt zu Russland, während etwa. 2,5 Prozent zu der Ukraine gehören wollten. Angesichts der Wahlbeteiligung von etwa. 83 Prozent ist 96 Prozent der Ja-Stimmen nicht unrealistisch.

Nun zu der sogn. „Annexion“, die häufig von westlichen Politikern verwendet wird und Russland vorgeworfen wird. Ich bin kein Völkerrechtsexperte, aber diesen Begriff  hier anzuwenden ist schlichtweg falsch. Das Referendum wurde OHNE jeden Druck von außen oder von bewaffneten Leuten durchgeführt. Das kann jeder bezeugen, der am 16. März 2014 auf der Krim gewesen ist. Danach richtend hat Putin dann gehandelt und Krim als Teil Russlands anerkannt.

Warum kritisieren häufig die westlichen Experten diese „Annexion“? Weil das keine ist? Weil die Menschen freiwillig ihren Willen äußerten? Weil bisher kaum ein Schuss von einer Waffe fiel? Ich erkläre das mal.

Es ist das erste Mal in der modernen Weltgeschichte, dass eine ganze Bevölkerungsgruppe kurz davor stand AUSGELÖSCHT zu werden. Weder ist das ein Scherz, noch eine Übertreibung. So etwas nennt sich Genozid. Als die Sowjetunion zerfiel, erkannte Russland die Krim als Teil der Ukraine an, ist jedoch davon ausgegangen, dass Ukraine eigenständiger (und vor allem demokratischer) Staat sein würde, wo keine Bevölkerungsgruppe PHYSISCH AUSGELÖSCHT werden könnte.

Leider hat die Geschichte eine andere Wendung genommen. (Zitat aus einer politischen Analysesendung): „…die neue „Regierung“ hat in einem Monat mehr nationalistische Gesetze erlassen, als Hitler im ersten Jahr seiner Amtszeit!…“(Ende des Zitats). Das muss man sich erst mal vorstellen!

Was hätte Putin machen sollen? Warten, Tee trinken und zuschauen? Und die Faschisten aus Kiew in Sewastopol begrüßen? Nie und nimmer. Wenn es schon in Kiew keine legitime Macht gibt, dann sollte Russland das Gebiet verteidigen, das 300 Jahre zu Russland gehörte und wo die russische Marine stationiert ist. Nicht zuletzt geht es um Menschenleben.

Man kann aus der Krim und dieser „Annexion“ lernen, was Demokratie bedeutet. Die Politik ist des Volkes Diener. In vielen  Staaten gehen die Entscheidungen der Politik häufig am Volk vorbei (sollte jedoch nicht als Kritik verstanden werden)…

Die neue Regierung auf der Krim hält nun die ukrainischen Militärstützpunkte für eine potentielle Gefahr, die dort stationierten Soldaten für Besatzer. Auch das kann ich erklären. In der Tat sind solche ukrainischen Stützpunkte eine Gefahrenquelle, denn die dort stationierten Soldaten gehorchen wem? Korrekt, der neuen nationalistischen „Regierung“. Sollte von da aus ein Befehl kommen gegen Russen vorzugehen, so wäre das schon nicht mehr lustig. Das wäre Krieg zwischen Völkern, die gemeinsame Wurzeln haben und führe zu Ausnahmezustand. Was würde Putin dann tun? Daher entschloss sich die Regierung auf der Krim sämtliche Stützpunkte, ukrainische Marine, sowie sonstiges Kriegsgerät auf der Krim zu beschlagnahmen und in den russischen Staatsbesitz zu übergeben.

Und nun sind wir beim Thema der neuen „Regierung“ in Kiew angekommen. Während der Herr Jazenjuk USA und Europa auf der Suche nach Geld bereist, möchte ein gewisser Herr Jarosch (Chef des „Rechten Sektors“ (einer ultrarechten Neo-Nazi-Gruppierung) und in Russland gesuchter Terrorist, demnächst ein Präsidentschaftskandidat in der Ukraine) die Gaspipeline zerstören, von der Europa das Gas bekommt. Was würden die Europäer dazu sagen, wenn sie kein Gas bekommen? Wieder Putin schuld?

Update: Mittlerweile möchte auch neben dem bereits erwähnten Dmitri Jarosch , Julija Timoschenko und Pjotr Poroschenko ein Präsident werden. Klingt ja super. Wobei die ultrarechten Neo-Nazis des „Rechten Sektors“ alle Wahllokale kontrollieren werden, so ist es angekündigt worden.

Also sehen wir eventuell jede Menge bewaffnete Leute IN den Wahllokalen.

Nachtrag: An dieser Stelle verweise ich gerne auf 2 Videos bei Youtube. Gregor Gysi in seiner Hochform, wenn es nicht so traurig wäre… Man sollte dem Mann aber lassen, Recht hat er.

Gregor Gysi im Bundestag 1 und Gregor Gysi im Bundestag 2.

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