Fall Charlie Hebdo. Warum ich nicht Charlie bin.

Pressefreiheit bezeichnet das Recht von Rundfunk, Presse und anderen (etwa Online-) Medien auf freie Ausübung ihrer Tätigkeit, vor allem das unzensierte Veröffentlichen von Informationen und Meinungen. Die Pressefreiheit soll die freie Meinungsbildung gewährleisten. Details regelt das Medienrecht, speziell das Presserecht. Die Idee der Pressefreiheit wurde insbesondere in der Zeit der Aufklärung entwickelt.

-Wikipedia“

Hört sich toll an. Allerdings ist die Definition hier sehr schwammig und bietet Raum für Interpretationen.  Ausserdem – Pressefreiheit ist auch etwas, was Grenzen benötigt. Moralische Grenzen und Grenzen des Anstandes. Zusätzlich sei angemerkt – Pressefreiheit im Westen ist eine Illusion, denn wer seine eigene Meinung in der Presse vertritt, kann teilweise richtig Probleme bekommen.

Ich möchte mich nicht in die Materie vertiefen, dennoch musste ich das feststellen: Pressefreiheit ist eine Illusion. Das hat mit verschiedenen Bewertungen für gleiche Situationen zu tun, zugleich aber mit der Überwachung der Presse im Allgemeinen. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Presse frei ist.

Nun möchte ich mich aber dem Thema Charlie Hebdo widmen:

Charlie Hebdo ist eine französische Zeitschrift, die sich der „Satire“ widmet. Die Zeitschrift hat eine lange Geschichte – die Vorgängerzeitschrift L’hebdo Hara-Kiri wurde 1969 gegründet – und 1970 bereits verboten. Offiziell, von Premierminister Frankreichs. Und zwar für die Karikatur des Präsidenten Frankreichs, Charles de Gaulle.

Hinweis zur Verwendung von Bildern: An dieser Stelle möchte ich mich entschuldigen, ich möchte hier niemanden beleidigen. Ich möchte jedoch bestimmte Bilder trotzdem verwenden, da sie für den Artikel essentiell sind.

tumblr_inline_nhvaybU76u1s9x8usL’hebdo Hara-Kiri: – Ausgabe 07. April.1969 – Charles de Gaulle, dargestellt mit einer Ente

Jedoch – gleich nach der Schließung 1970 –  wurde die Zeitschrift Charlie Hebdo geboren, die jedoch Probleme mit Finanzierung hatte und 1981 eingestellt wurde. Seine Renaissance feierte die Zeitschrift 1992.

Es ist mir doch erstaunlich: die Franzosen verbieten diese Zeitschrift wegen Respektlosigkeit und Geschmacklosigkeit – und jetzt verteidigen die Leute diese Zeitschrift eben aus diesen Gründen?

Nun: die Zeitschrift wusste zu provozieren. Mehrmals wurden Karikaturen auf den Propheten Mohammed gezeichnet. Etwas was nach der allgemeinen Lehre nicht abgebildet werden darf. Es ist auch nicht so, dass die Zeitschrift die erste war, die Mohammed-Karikaturen zeichnete, allerdings war das eine von vielen. Darum erlebten die Franzosen auch so viele versuchte Anschläge. Über eines davon wollen wir näher sprechen.

Am 07.02.2015 geschah etwas unfassbares: es ereignete sich nicht nur ein versuchter Anschlag auf die Redaktion der Zeitschrift Charlie Hebdo – nein, es war ein richtiger Anschlag. Zwei maskierte Männer mit fließendem Französisch drangen in die Redaktion ein und töteten 10 Menschen, darunter 5 Zeichner. Anschließend nahm ein weiterer Komplize Geiseln in einem Supermarkt.

Es fiel einigen bei diesem Anschlag Ungereimtheiten auf. Die Polizei tötete alle bereits erwähnten 3 Leute. Warum nahm man sie nicht erst gefangen, um sie zu vernehmen? Der Polizeibeamte, der mit dem Fall beschäftigt war nahm sich das Leben. Zufall? Und schließlich werden die Pässe in mehreren benutzten geparkten Autos gefunden. Es wird behauptet, der Anschlag sei professionell ausgeführt worden. Welche Idioten hinterlassen ihre eigenen Pässe, wenn das Profis waren?

Man veranstaltete eine regelrechte Trauerveranstaltung, die Menschen hatten Schilder mit der Aufschrift: „Je suis Charlie / Ich bin Charlie“. Präsidenten aller möglichen Länder sind eingeladen worden. Allerdings hatte François Hollande (franz. Präsident) mitunter vergessen, dass eine Tragödie passierte. Bei den Aufzeichnungen sah man, Präsident Frankreichs war in bester Feierlaune!

Wie dem auch sei – Charlie Hebdo war provokativ. Mit dem Druck der Mohammed-Karikaturen begibt man sich auf dünnes Eis. Rechnet man mit Anschlägen? Ja, natürlich, die Redaktion war unter Polizeischutz. Aber musste das sein?

Ich erlaube mir nun noch eine Ausgabe dieser Zeitschrift hochzuladen.

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Charlie Hebdo: – Ausgabe 07.November.2012 – „Homoehe“. Der (heilige) Vater, der (heilige) Sohn und der (heilige) Geist beim Geschlechtsverkehr.

Ich kapiere es nicht. Ist eine Beleidigung rechtens? Ich bin zwar Atheist, aber das bedeutet nicht, dass ich das Recht habe Gläubige zu beleidigen. Und wenn ich so was sehe – es ist für mich eine Beleidigung. Ich erwarte allerdings – dafür dass ich andere nicht beleidige – das Recht zu haben Atheist zu sein.

Es ist doch so einfach: man respektiert die Gläubigen, die Gläubigen respektieren dich. Aber nein – man muss sich das Recht erkämpfen unbestraft beleidigen zu dürfen. Und wehe irgend jemand protestiert.

Nun zur „Satire“ im allgemeinen: Satire darf politisch sein, Satire darf auch (fast) alles berühren. Ich sage extra (fast)… Aber Satire darf NIE Religion berühren. Das ist eine einfache Regel.

Es gibt einige Dinge, die man nicht anrühren sollte. Religion ist eine davon. Seit Jahrtausenden suchen die Menschen nach Halt im Leben, vor allem wenn sie etwas nicht verstehen. Zwar hat die moderne Wissenschaft vieles erklärt, doch für viele Menschen ist Religion mehr als einmal pro Woche in die Kirche gehen. Viele sehen die Religion als Sinn ihres Lebens. Dafür würden sie gar sterben. Und man sollte diese Leute auch nicht provozieren. Denn wenn man nicht provoziert und vielmehr den anderen respektiert, dann wird man dafür mit funktionierender Freundschaft belohnt.

Ich verstehe diese Leute mit den „Je suis..“ Schildern deshalb nicht (apropos „Je suis..“, die Schilder mussten tausendfach gedruckt werden – wer druckt diese?). Ich bin dagegen mir das Recht einzuräumen andere Leute zu beleidigen (und zwar ungestraft, denn gleichzeitig darf sich die andere Person nicht wehren).

Mit freundlichen Grüßen, der Admin

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